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02 Auffindbarkeit Lektion 13

In welchen Orten sich eigene Seiten lohnen auch wenn keine Quelle eine Schwelle nennt.

Nach einer Reihenfolge von Fragen und nicht nach einer Schwelle, denn eine Zahl, ab der ein Ort eine eigene Seite trägt, nennt keine unserer Quellen. Die Fragen lauten, wo Sie tatsächlich arbeiten, wie weit Ihr Angebot reicht, welche Nachfrage öffentliche Daten erkennen lassen und was Ihre eigenen Zahlen zeigen.

Nach welchem Maß wählt man die Orte aus?

Nach einer Reihenfolge von Fragen und nicht nach einer Schwelle. Eine Einwohnerzahl oder ein Suchvolumen, ab dem ein Ort eine eigene Seite trägt, nennt keine der Quellen dieser Lektion. Was die Quellen hergeben, ist ein Denkmodell aus der Raumforschung, das Reichweite und Nachfrage trennt, und die Kenntnis, wo die Werkzeuge zur Messung enden. Die vorige Lektion hat gezeigt, dass jede Seite für einen Ort etwas Eigenes enthalten muss. Mit jedem ausgewählten Ort wächst deshalb der Inhalt, den jemand schreiben muss.

Die Raumforschung trennt Reichweite und Schwelle

Wie weit ein Angebot reicht und ab wann es sich trägt, beschreibt eine Theorie, die der Geograph Walter Christaller 1933 in seinem Buch “Die zentralen Orte in Süddeutschland” vorgelegt hat, verzeichnet im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Danach hat jedes zentrale Gut zwei Grenzen. Die äußere Reichweite ist die Obergrenze seines Marktgebiets, also die Entfernung, jenseits derer Kunden nicht mehr bereit sind, längere Wege zurückzulegen. Die innere Reichweite ist eine Umsatzschwelle, unterhalb derer Nachfrage und Verkaufsvolumen zu gering sind, um einen ausreichenden Gewinn zu erzielen.

Für seltener nachgefragte Güter setzt das System zentraler Orte größere Gebiete an. Sein Beispiel reicht von der Grundschule mit örtlichem Einzugsbereich über das Gymnasium mit einem größeren bis zur Universität mit dem größten, und in dieser Reihe wird jede Einrichtung seltener nachgefragt als die vorige. Dass die zumutbare Entfernung von der Art des Angebots abhängt, steht auch in Googles Richtlinien für Search Quality Rater, wie die Lektion “Reihenfolge in der Umgebung” gezeigt hat.

Das Modell ist nicht für Websites gedacht. Überträgt man es auf die Wahl von Orten für eigene Seiten, ergeben sich zwei getrennte Fragen. Wie weit reicht das eigene Angebot? Und kommt in einem Ort genug Nachfrage zusammen, damit eine eigene Seite den Aufwand trägt?

Die Theorie hat Grenzen. Ihr Versorgungsprinzip setzt unter anderem gleichartige Räume und gleiche Bedürfnisse aller Menschen voraus. Nach dem Artikel der Wikipedia dazu folgt das reale Nachfrageverhalten bei zentralen Einrichtungen dem System nicht, und die Raumwissenschaften stellen es zunehmend in Frage. Die Theorie ordnet also die Fragen. Beantwortet werden sie mit Daten.

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