Was eine Website nach dem Livegang braucht und welche drei Uhren ab diesem Tag laufen.
Nein, ab diesem Tag laufen drei Uhren. Das Zertifikat, die Domain und die Software darunter haben jeweils eigene Fristen, und keine davon meldet sich von selbst rechtzeitig.
Ist eine Website fertig, wenn sie online ist?
Nein, ab diesem Tag laufen drei Uhren. Sie haben nichts miteinander zu tun, sie laufen unterschiedlich schnell, und keine davon meldet sich von selbst rechtzeitig.
Die erste Uhr, das Zertifikat
Die Laufzeit eines TLS-Zertifikats ist in wenigen Jahren drastisch gesunken. Am 1. Juli 2019 ging sie auf 825 Tage, am 1. September 2020 auf 398 Tage. Die verbreiteten kostenlosen Zertifikate laufen 90 Tage.
Und es geht weiter. Seit dem 15. Januar 2026 sind Zertifikate mit 6 Tagen Laufzeit allgemein verfügbar. Die Standardlaufzeit soll in Stufen bis Februar 2028 von 90 auf 45 Tage sinken, und parallel dazu sinkt die Zeit, in der eine einmal geprüfte Domain-Bestätigung wiederverwendet werden darf, von 30 Tagen bis zuletzt auf 7 Stunden.
Der Zweck dahinter ist ausdrücklich genannt und kein Nebeneffekt. Kurze Laufzeiten sollen eine Erneuerung von Hand unmöglich machen und Automatisierung erzwingen.
Für den Betrieb einer Website heißt das zweierlei. Die Erneuerung selbst ist kein Thema mehr, sobald sie automatisch läuft. Dafür verschiebt sich die Frage darauf, ob jemand es bemerkt, wenn die Automatik ausfällt, denn das Zeitfenster bis zum Ablauf ist inzwischen sehr kurz.
Die zweite Uhr, die Domain
Bei einer Domain mit der Endung .de kennen die Bedingungen der Registrierungsstelle nur eine Rolle mit eigenen Rechten und Pflichten, nämlich den Domaininhaber. Alles andere ist Verwaltung im Auftrag.
Zwei Mechaniken sind daran bemerkenswert, weil sie im Ernstfall Fristen setzen.
Ein Wechsel des Providers läuft über ein einmaliges Passwort mit 30 Tagen Gültigkeit. Es ist genau einmal nutzbar, und wer den Wechsel erst spät darin beginnt, hat das Fenster faktisch verkürzt.
Und eine Kündigung gibt die Domain nicht automatisch an jemand anderen weiter. Der Inhaber kann jederzeit fristlos kündigen, ein Dritter übernimmt sie aber nur, wenn er den Auftrag gleichzeitig stellt. Sonst ist sie zwischenzeitlich frei für jede Neuregistrierung.
Dazu kommt, dass Anbieter selbst nicht ewig bestehen. Als Google seinen eigenen Domainregistrar verkaufte, wurde der gesamte Kundenbestand übernommen, ohne dass die Kunden dem einzeln zustimmten. Die Vereinbarung stammt vom 15. Juni 2023, der Verkauf wurde am 7. September 2023 abgeschlossen, und bis zum 10. Juli 2024 war die technische Migration durch.
Die dritte Uhr, die Software darunter
Die Uhr mit den meisten Terminen, die Zugänge, die einmal sauber verteilt gehören, und warum ein Auftragsverarbeitungsvertrag zum Eigentum nichts sagt
Zugang kostenlos freischalten
Sie erhalten einen Code per Mail. Damit öffnen Sie jede Lektion der vier Stufen, so oft Sie wollen und ohne Ablaufdatum.