Wie verbreitet die Frage nach einem Makler in KI-Systemen wirklich ist und was sich dazu überhaupt messen lässt.
Weil sie diese Systeme längst für anderes benutzen, auch für Fragen, bei denen es um Geld geht. Wie viele Eigentümer dort tatsächlich nach einem Makler fragen, ist in Deutschland nicht erhoben, und die Zahlen, die dazu kursieren, nennen keine Methode.
Warum fragen Eigentümer ChatGPT nach einem Makler?
Weil sie diese Systeme längst für anderes benutzen, auch für Fragen, bei denen es um Geld geht. Wie viele Eigentümer dort tatsächlich nach einem Makler fragen, hat in Deutschland niemand erhoben. Das ist der Stand, und er ist für die Einschätzung wichtiger als jede Zahl, die dazu im Umlauf ist.
Die Nutzung ist breit, und die Zahlen dazu werden oft falsch weitergegeben
Der Digitalverband Bitkom hat 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland repräsentativ befragen lassen und die Ergebnisse am 28. April 2026 veröffentlicht. 58 Prozent setzen KI ein, 34 Prozent mindestens einmal pro Woche, 15 Prozent täglich. Nach einer zweiten Befragung desselben Verbands, veröffentlicht am 25. Februar 2026, verwenden 56 Prozent auf ihrem Telefon Chatbots wie Gemini, ChatGPT oder Perplexity. Diese zweite Zahl bezieht sich auf die 861 befragten Smartphone-Nutzenden und nicht auf die Bevölkerung. Wer sie als Bevölkerungsanteil zitiert, zitiert falsch.
Ein Jahr zuvor nannte derselbe Verband 67 Prozent. Daraus einen Rückgang herauszulesen, wäre ein Fehler, denn gefragt wurde anders, nämlich ob jemand zumindest hin und wieder generative KI verwendet. Zwei verschieden gestellte Fragen ergeben keine Entwicklung.
Gefragt wird nach Rat, nicht nur nach Auskunft
Wichtiger als die reine Nutzungszahl ist, wofür diese Systeme benutzt werden. Von den Nutzenden holen sich 54 Prozent Hilfe bei Alltagsfragen wie Kochen oder Reparaturen, 44 Prozent Rat in persönlichen Dingen, 35 Prozent Unterstützung rund um den Einkauf, 34 Prozent Auskunft zu gesundheitlichen Themen und 21 Prozent Rat, wenn es um Geld geht.
Wer einmal angefangen hat, benutzt diese Systeme selten für nur einen Zweck. Nur 14 Prozent der Nutzenden setzen KI für ein oder zwei Dinge ein, 35 Prozent für drei oder vier und 31 Prozent für fünf oder sechs.
In Deutschland entstehen die meisten Antworten bei vier Anbietern
| Anwendung | Anteil der KI-Nutzenden |
|---|---|
| ChatGPT von OpenAI | 71 Prozent |
| Gemini von Google | 50 Prozent |
| Microsoft Copilot | 43 Prozent |
| Meta AI, direkt in WhatsApp | 35 Prozent |
| DeepSeek | 8 Prozent |
| Perplexity | 7 Prozent |
| Grok von xAI | 6 Prozent |
| Claude von Anthropic | 5 Prozent |
| LeChat von Mistral | 4 Prozent |
Die Reihenfolge ist die eigentliche Auskunft. In der Fachdiskussion steht Perplexity weit vorn, in Deutschland verwenden es 7 Prozent der Nutzenden. Wer prüfen will, was über ihn gesagt wird, prüft deshalb zuerst dort, wo die Menschen sind, und das sind die ersten vier Zeilen der Tabelle.
Zur Maklerfrage selbst ist nichts erhoben
Ob Eigentümer auf diesem Weg nach einem Makler suchen, ist in Deutschland nicht repräsentativ untersucht. Auffindbar sind Blogbeiträge von Agenturen, Pressemitteilungen über Presseportale und Ankündigungen von Webinaren, und keine davon nennt eine Methode. Eine kursierende Angabe, nach der bei 525 ausgewerteten Antworten nur 18,2 Prozent der Maklerdomains überhaupt vorkommen, ließ sich auf keine überprüfbare Untersuchung zurückführen. Sie steht hier, damit sie niemand später für belegt hält.
Belegt ist nur der Unterbau, also dass die Nutzung breit ist und bis in Geldfragen reicht. Der Schritt von dort zur Maklersuche ist plausibel und unbelegt, und als Tatsache vorgetragen bleibt er trotzdem eine Vermutung.
Was sich dagegen jederzeit ansehen lässt, ist die Antwort selbst.
Ältere benutzen diese Systeme am seltensten
Die wichtigste Einschränkung liegt beim Alter. Der Digital News Report 2026 des Reuters Institute misst die wöchentliche Nutzung von KI-Chatbots für Nachrichten in 45 Märkten. In der jüngsten Altersgruppe liegt sie bei 17 Prozent und damit rund dreimal so hoch wie in der ältesten mit 5 Prozent. Bitkom misst dasselbe Gefälle für die tägliche Nutzung allgemein. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 29 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 22 Prozent, im Mittel über alle Altersgruppen 15 Prozent. Beide ausgewiesenen Gruppen unter 50 liegen über diesem Mittel, und damit liegen die älteren darunter.
Wie alt Eigentümer vor einem Verkauf tatsächlich sind, haben wir nicht belastbar recherchiert, und deshalb steht hier keine Zahl dazu. Wer seine Aufträge überwiegend von älteren Eigentümern bekommt, hat es aber mit genau der Gruppe zu tun, die diese Systeme am seltensten benutzt. Dass die Maklerwahl heute über ChatGPT liefe, geben diese Zahlen also nicht her.
Eine Nennung ist zudem nicht das Ende einer Prüfung, sondern eher ihr Anfang. 41 Prozent der Menschen in Deutschland rechnen damit, dass KI falsche Ergebnisse liefert, und OpenAI rät in der eigenen Hilfe ausdrücklich dazu, eine zitierte Quelle zu öffnen und nachzusehen, ob sie die Antwort überhaupt stützt. Die Nennung führt also zum eigenen Auftritt, sie ersetzt ihn nicht.
Über die Bots der KI-Anbieter hat in der Branche kaum jemand entschieden
Dass ein Betreiber überhaupt eine Wahl hat, sagt OpenAI selbst. Er kann OAI-SearchBot erlauben, um in den Antworten zu erscheinen, und GPTBot zugleich sperren, damit die Inhalte nicht ins Training wandern, denn beide Einstellungen gelten unabhängig voneinander. Wer stattdessen pauschal alles sperrt, verliert mehr, als er verhindern wollte.
Getroffen hat diese Wahl bisher fast niemand. Von 16 deutschen Maklerseiten und Portalen mit lesbarer robots.txt, die wir am 18. September 2026 geprüft haben, nennen 11 keinen einzigen der bekannten Bots der KI-Anbieter. Das ist keine Entscheidung, das ist eine Leerstelle. Eine Leerstelle heißt dabei nicht, dass nichts gilt, denn einzelne Bots greifen ohne eigenen Eintrag auf die Regeln anderer zurück. Welche das sind und was sie dann tun, klärt der Abschnitt zum Zugriff.
Was daraus folgt
Drei Dinge. Die Systeme sind in Deutschland breit in Gebrauch und werden auch bei Geldfragen herangezogen. Ob Eigentümer sie für die Maklerwahl benutzen, ist nicht erhoben, und wer dazu eine Zahl hört, fragt am besten nach der Methode. Und wer überwiegend ältere Eigentümer betreut, arbeitet zugleich mit der Gruppe, in der diese Systeme am seltensten laufen.
Eile folgt daraus nicht. Was folgt, ist eine ruhige Vorarbeit an dem, woraus solche Antworten entstehen. Denn keines dieser Systeme kennt Sie. Es kennt nur, was es über Sie findet, und ein Teil davon steht außerhalb Ihrer eigenen Seite. Die nächste Lektion ordnet, was das genau ist und worauf Sie davon Einfluss haben.
Häufige Fragen
Muss ich jetzt etwas anderes machen als bisher?
Zunächst nichts anderes, sondern dasselbe gründlicher. Google schreibt selbst, dass seine Funktionen mit KI auf den zentralen Systemen für Ranking und Qualität der Suche aufsetzen. Wer dort schon schlecht gefunden wird, fängt bei der Suche an und nicht bei den Funktionen mit KI.
Sollte ich die Bots der KI-Anbieter aussperren?
Das ist keine einzelne Entscheidung, sondern mehrere. OpenAI erklärt ausdrücklich, dass sich das Sammeln für das Training und das Erscheinen in den Antworten getrennt einstellen lassen. Ein pauschaler Ausschluss trifft deshalb auch das, was Sie eigentlich behalten wollten.
Woher weiß ich, ob überhaupt jemand so nach mir sucht?
Sicher wissen Sie es nicht. Eine repräsentative Untersuchung dazu gibt es für Deutschland nicht, und die Systeme liefern von sich aus keine Auskunft darüber, wer sie wonach gefragt hat. Möglich ist eine eigene Messung mit festen Fragen über die Zeit, und die behandelt eine spätere Lektion dieser Stufe.
Reicht es nicht, wenn die Leute mich weiterempfehlen?
Diese Lektionen stellen die Empfehlung von Mensch zu Mensch nicht infrage. Sie beantworten eine andere Frage, nämlich was passiert, wenn jemand ohne Empfehlung anfängt und die erste Auskunft aus einem System kommt, das nur wiedergeben kann, was es über Sie findet.
Quellen 5
- Ein Drittel nutzt KI mindestens einmal pro Woche, von Code bis Küche
Bitkom, abgerufen am 18. September 2026
- Smartphone-KI ist für ein Drittel bereits Alltag
Bitkom, abgerufen am 18. September 2026
- Emerging uses of AI chatbots for news and what it means for journalism
Reuters Institute, Digital News Report 2026, abgerufen am 18. September 2026
- Overview of OpenAI Crawlers
OpenAI, abgerufen am 18. September 2026
- Mit ChatGPT das Web durchsuchen
OpenAI Help Center, abgerufen am 18. September 2026
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